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EtappenlisteSeiten durchsuchen Story 02/1: Canning Stock Route (6)

 

Entfernung: ca. 1800km
Reisedauer: 7-18 Tage
Strecke:
Wiluna => Kunawarritji Aboriginal Community => Billiluna AbCom (Tanami Track) => Halls Creek


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Schattenspendendes Tarp an Well Den nächsten Tag lassen wir ruhig angehen, spät wir in aller Ruhe gefrühstückt, dann spannen wir Axels Tarp mit viel Mühe auf, um uns in der sengenden Sonne ein wenig Schatten zu erzeugen.
Dann geht's gegen 10 in die nahe Community zum Tanken und zum Einkaufen. Das Tanken geht problemlos (zwar mit der Handpumpe aus grossen Fässern, aber die Qualität des Treibstoffes scheint zu stimmen). Etwas ernüchternd ist jedoch das Angebot im angegliederten kleinen Laden: naturgemäss kaum frisches Obst und Gemüse, dafür aber nur Diätprodukte– und dabei hatten wir uns doch so auf 'ne eisgekühlte Cola gefreut...

Tanken an der Kunawarritji AbCommAlso kaufen wir nur das notwendigste und tanken dafür ausgiebig; alleine ich nehme 80l Sprit für meine Kati mit...
Danach geht's zurück zu unserem Camp und ich bereite noch den Ölwechsel an meiner Kati vor, denn unter anderem bringen Mark und Paul mir neues Öl aus Port Headland mit, und und nach der Geschichte mit dem losgerüttelten Luftfilter, will ich sicherheitshalber meine Mühle was gutes tun...

Ausruhen in der NachmittagssonneIn der Nachmittagssonne geniessen wir dann das eine oder andere gekühlte Bier im Schatten des Tarps. Gegen Spätnachmittag erfahren wir von einem vorbeikommenden Fahrzeug, dass wir heute abend mit einer Tag-Along-Tour zu rechnen haben, und zwar mit gut 10 Fahrzeugen. Also duschen wir noch schnell, so lange wir die Wüste noch für uns alleine haben.

Tag-Along Tour auf der CanningKurz vor Sonnenuntergang trifft dann tatsächlich die Tag-Along Tour ein und Schluss ist's mit der Ruhe. Wir Stellen den Shiraz kalt und zum Essen beim Sonnenuntergang gibt's für jeden ein Glas vom wunderbaren australischen Wein – so lässt's sich's auch in der Wüste bestens aushalten: bezaubernder Sonnenuntergang, gutes Essen (denn heute haben wir uns ein wenig mehr als sonst in Zeug gelegt) und dazu ein Glas Wein!

Wir hatten Paul und Mark ja eigentlich schon so gegen 6 oder 7, also gerade noch bei Tageslicht erwartet, doch noch ist weit und breit nichts von ihnen zu sehen. Wir versuchen'süber das Funkgerät (UHF) aber auch hier: Fehlanzeige. Erst gegen 10 Uhr Nachts (Wenn man bedenkt, dass man mit der Sonne so gegen 6 aufsteht und gegen 7 die Sonne schon untergegangen ist, ziemlich spät am Tag) können wir sie im Knistern des Funks ausmachen und 'ne halbe Stunde später kommen sie endlich erschöpft nach 740 km pro Weg an.

Lasgerfeuer auf der CanningDas Hallo ist gross, doch stellt sich bald heraus, dass das erhoffte Ergebnis nur bedingt erreicht wurde. Dazu muss man sagen, dass in Australien die Wahl der richtigen Geländewagenmarke wohl zur Glaubensfrage mutiert: und Port Headland ist offenbar Toyota-Country.
So wurden die beiden nachdem sie gestern gut neun Stunden über miserabelste Pisten unterwegs waren und nach einer winzigen Mütze Schlaf gegen 9 Uhr morgens zu ihrem Einkaufsbummel unterwegs waren gleich im ersten Laden enttäuscht: Nein, Landroverteile gäbe es in der Ganzen Gegend keine, die müsse man aus Perth einfliegen lassen; und nein - es gäbe im ganzen Lager keinen Stossdämpfer, der den Landroverteilen auch nur annähernd nahekommen würde, da brauche man auch gar nicht erst schauen...
Also gehen die beiden weiter zum nächsten Laden und legen nur den alten Stossdämpfer auf den Tisch und fragen nach etwas passendem. Die Dame wird auch tatsächlich fündig, allerdings wird man wohl noch ein wenig was dran nachbearbeiten müssen, aber das ist Mark dann gut genug.
Die beiden besorgen noch das Öl und die anderen "Lebensmittel" und brettern dann wieder die neun Stunden zurück...

Und jetzt wollen wie Erstmal 'ne warme Dusche und 'n kaltes Bier; und davon haben sie zum Glück reichlich mitgebracht! Ein Grund mehr um noch das eine oder andere zu trinken ;-)

Ölwechsel in der WüsteAm nächsten Morgen Mache ich schnell den Ölwechsel und Mark versucht die Stossdämpfer einzubauen. Leider kommen sie wohl ums schweissen nicht herum, also brechen sie kurzerhand auf zu Community. Die macht allerdings erst um 8 auf und Mark müsste also 'ne halbe Stunde warten. Aus irgend einem unerklärlichen Grund ist er aber um kurz nach acht schon wieder am Lagerplatz und erklärt das ganze habe eh keinen Sinn und er hätte sich jetzt die passenden nach Halls Creek bestellen lassen. Dann schneidet er sich Seile zurecht und legt Schlaufen um Rahmen und Achse, die den Ausfederweg begrenzen sollen, das würde für die paar hundert Kilometer schon reichen meint er!

CSRFassen wir also zusammen, da sind die beiden in gut 18 Stunden also 1500 km auf übelsten Pisten unterwegs gewesen um angeblich neue Stossdämpfer zu besorgen und nun das?!? – uns bleibt nur ein Schluss: das ganze war ein Piss-Run! (Piss: Austr. für Alkohol) ;-))) Womit auch die Frage der Vorurteile Australiern gegenüber wieder geklärt wäre ;-)


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Wir brechen also zur zweiten Hälfte der Canning auf. Diese war gut anderthalb Jahre wegen Überflutungen gesperrt gewesen, und der erste Konvoi ist gerade mal knapp zwei Monate vor uns zum ersten Mal wieder durchgekommen! Das ganze verspricht also durchaus noch abenteuerlicher zu werden als das bisherige Teil.

Überflutung auf der CSRNach Nichtmal zwei Stunden über übelstes Wellblech, das auf dem Moped erst ab einer Geschwindigkeit von knapp 100 km/h wieder erträglich wird (was bedeutet, dass die Autos mit 20 km/h dahin kriechen müssen) kommen wir dann auch schon an die erste unüberwindliche Hürde: gerade geht's es noch über eine tiefsandige Düne, da sieht man auch schon nur noch Wasser so weit das Auge blickt; Hier geht's auf jeden Fall nicht weiter!

CSRAlso umkehren und die Alternativpiste probieren, die vor knapp 15 km abging. Die führt dann auf einem ordentlichen Umweg auf einem kleinen Hügelkamm entlang und ist tatsächlich trocken. Die Landschaft ist mit ihrer kargen Schönheit faszinierend. Doch auch diese Hügelkette hat mal ein Ende und dann geht's auch schon in die Vollen.

Wasser mitten auf der CSRImmer wieder ist nämlich jetzt der Track überschwemmt und man muss offensichtlich erst vor kurzem in die Wüste getriebene Umfahrungen nehmen, die meist auch noch auf den Dünenkämmen im Tiefsand entlang führen. Für die Autos geht das noch, da der Sand auf den Kämmen nicht allzu lose ist, für mich bedeutet die aber mal wieder Fahren in den tiefen, feinsandigen Spurrillen der 4WDs, die sich alle paar Meter um einen Strauch schlängeln.

Dünenlandschaft auf der SCRAlso mal wieder das Problem, dass man als 2-Rad Fahrer im Sand eigentlich mindestens 50 fahren sollte um 'ne Stabile Lage zu bekommen, man aber bei den benötigten Haken und Ecken, die man hier schlagen muss allenfalls im 2. Gang fahren kann – kurzerhand: eine ordentliche Plackerei in der Mittagshitze; das aber dann in atemberaubender Landschaft.
Es besteht kein Zweifel: die nördliche Hälfte der Canning ist tatsächlich landschaftlich noch faszinierender als die Südhälfte.

Laushiger Hain am WegesrandIch kämpfe mich derweil in der Mittagshitze weiter durch den Sand und schlängle mich um aber und aber um Sträucher und kleine Bäume und irgendwann wird der Track dann wieder etwas fester und in einem lauschigen Hain warte ich im Schatten auf den Rest der Meute. Mark und John sind mir ihrem Landrover auch ohne Stossdämpfer den anderen weit voraus (offensichtlich drängt es Mark zu seinen Ersatzteilen, und er will – komme was da wolle – vor dem nächsten Wochenende schon in Halls Creek sein um keine zwei Tage zu verlieren; ob wir das in der kurzen Zeit jedoch schaffen?)

Dünen und Gras so weit das Auge blickt...Auf jeden Fall entpuppt sich Mark mal wieder als echter Aussie und zaubert aus seinem Landrover ein Kleinkallieber Gewehr hervor, mit dem wir uns mit Zielschiessen die Wartezeit vertreiben. Nach 'ner guten halben Stunde sind dann endlich alle eingetroffen und nach 'ner eiskalten Cola geht's weiter durch den feinen Sand.

Steve sorgt mal wieder für viel Spass: Wie fast alle fährt man wann immer es geht nur noch auf dem Dach der Geländewagen (und nachdem Trev, sein 14jähriger Sohn, ohnehin grossen Spass am Geländewagenfahren gefunden hat, kann man sich die trockene Luft da oben ja auch mit dem einen oder anderen Bier befeuchten, was natürlich nicht gerade zur Ernsthaftigkeit beiträgt...) Er sitzt also mal wieder auf dem Dach und kommt auf die geniale Idee den nachfolgenden Deutschen 'nen Streich zu spielen: Er will sich im Gebüsch verstecken und dann sobald deren Toyota vorbeikommt unbemerkt auf diesen aufzuspringen um die Insassen zu erschrecken.
Der Plan ist so schlecht nicht, doch haben die beiden, wie sich bald herausstellen sollte, eine Kleinigkeit übersehen. Steve versteckt sich also im Gebüsch. Ne halbe Stunde später sitzt er aber immer noch mit einer halben, mittlerweile brühwarmen Bierdose ausgerüstet unter der prallen Sonne und überlegte sich ob er sich denn wohl an die Survivaltipps aus seinem Offroad-Buch erinnern könnte, denn derweil ist Trev weitergefahren. Der lauscht indessen gespannt dem Funkverkehr und fragt erst gut 20 Minuten später zaghaft nach, ob die Deutschen denn den Fussgänger schon eingesammelt hätten. Als die ihn auf den Fauxpas aufmerksam machen heisst's dann dummerweise 20 km zurück fahren um seinen mittlerweile recht kleinlauten Vater einzusammeln; Kein Wunder also, dass wir 'ne gute dreiviertel Stunde auf die anderen warten müssen...

Well No. 38, CSRGegen Abend verlassen wir die Dünen zur Abwechslung mal wieder und kommen auf eine steinige Ebene und bald auch an die Well No. 38, die sich als die Schlucht eines kleines Bächleins entpuppt, die sich malerisch metertief ins Gestein gefressen hat. Doch hier ist's uns für unser Nachtlager definitiv zu steinig und wir brechen im letzten Büchsenlicht auf, um einen besseren Lagerplatz zu finden.

Sonnenuntergang nahe Well  No. 38Den finden wir dann auch nur wenige Kilometer entfernt und neben wundervollen Ghost-Gums entspannen wir uns bei einem kühlen Bier und einem leckeren Abendessen von den Strapazen und der Hitze des langen Tages – das ganze natürlich vor einem weiteren wunderschönen Sonnenuntergang im der Wüste. Mehr ist da nicht mehr zu sagen...

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updated: 16.3.2003
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