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EtappenlisteSeiten durchsuchen Story 02/1: Canning Stock Route (2)

 

Entfernung: ca. 1800km
Reisedauer: 7-18 Tage
Strecke:
Wiluna => Kunawarritji Aboriginal Community => Billiluna AbCom (Tanami Track) => Halls Creek


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Wiluna Hotel - Pub mit Campingplatz, WAGegen Abend kommen wir dann auch in Wiluna ein, einem kleinen Örtchen, dessen Einwohner im Wesentlichen Aborigines sind. Wiluna galt Langezeit als eine der rauhesten Orte WAs, was wohl damit zusammenhing, dass es in Mitten von Nirgendwo liegt. Die vier hier stationierten Polizisten haben in einem Gebiet von der Fläche Baden-Württembergs für Recht und Ordnung zu sorgen, was in etwa erahnen lässt, wie viele Menschen hier zu finden sind - genau: so gut wie keine!

Abzweig zum Gunbarrel Highway, Wiluna, WAHeute ist Wiluna allerdings nicht mehr ganz so wild, zumal der Abenteuer-Tourismus das Potential des kleinen Örtchens schon längst erkannt hat: Wiluna ist nämlich das Tor zu zwei der berühmtesten Pisten des Outbacks: der Canning Stock Route und des Gunbarrel Highways. Von einem gewissen Argwohn den Einwohner gegenüber zeugt allerdings immer noch der hohe Zaun, der den einzigen Campingplatz des Ortes umspannt.

Campingplatz in Wiluna, WAWir wollen uns jedoch erst Mal von den Strapazen der Trockenen Piste erholen, schmeissen einen Burger ´The Lot´ (Dumme Frage: was sonst?!?) und ein wunderbares kühles Bier ein, und machen uns dann an die letzten Optimierungen unserer Ausrüstung und Fahrzeuge und natürlich nicht zu Vergessen die Auffüllung unsere Sprit, Wasser und Fleischvorräte. Beim Tanken treffen wir die ersten Reisenden, die von der Canning kommen und uns gute Neuigkeiten erzählen: auf die nördliche Hälfte, die zuvor gut anderthalb Jahre wegen Überschwemmungen gesperrt war schient zwar dicht bewachsen aber durchaus machbar– da fällt uns ein riesen Stein vom Herzen, denn bis kurz vor der Abfahrt konnte immer noch nicht eindeutig festgestellt werden ob diese zweite, schwerere aber landschaftlich deutlich interessante Hälfte denn nun überhaupt passierbar sein würde!

Zudem muss mein Funkgerät noch ans Moped montiert werden, damit wir zwischendurch, wenn schon keinen Sichtkontakt doch wenigstens Funkkontakt halten können. Daher wird kurzerhand eine 3dB Antenne provisorisch am Rahmenheck montiert und ein entsprechendes Kabel verlegt. Das so entstandene System hat eine Reichweite von 10-20 km im Dünengelände der Canning, also durchaus ausreichend wenn ich alle 30-40 Minuten anhalte und auf die Anderen warte...

Zudem hat sich seit der Abfahrt in Perth das Spiel im vorderen Radlager merklich vergrössert und wir besuchen den örtlichen Mechaniker um ihn nach seinem Rat zu fragen. Der bockt den Toyota auf, rüttelt kurz am Rad und meint, das wäre schon OK so – da könne man jetzt eh nix machen, weil das Spiel unterhalb der Nachstellmöglichkeiten der Nabe läge und wir sollten das Ganze noch mal in Halls Creek überprüfen... Für unser deutsches Sicherheitsbedürfnis natürlich eine harte Nuss dies nach einer solchen Diagnose hinnehmen zu müssen...

Abends in der Hotelbar (die übrigen simmer noch in zwei Räume getrennt ist: einen für Weisse und einen für Aborigines) treffen wir dann auf eine weitere Gruppe von Reisende: insgesamt 6 Australier in drei Geländewagen: Marc, John, Paul, Ozzi, Steve und Trev – eine verschworene Gruppe aus der Umgebung von Melbourne die sich ebenfalls die Canning vorgenommen haben. Wir erfahren dass sie sich die Route: Melbourne - Wiluna - Canning - Gibb River - Darwin - Alice - Simpson Desert - Melbourne vorgenommen haben, und das innerhalb von nur zwei Monaten. Eindeutiger Beweis dafür, dass nicht nur deutsche Extremtouristen solche Gewalt-Touren lieben :-)

Nachdem die Zeitplanung unserer beiden Gruppen jedoch recht unterschiedlich ist (sie wollen die Canning in gut 18 Tagen mit vielen Zwischenstopps geniessen, wir hingegen müssen uns ein wenig sputen, weil die Geländewagencrew nur knappe sechs Wochen Urlaub hat und wir eigentlich über Alice und den Gunbarrel wieder zurück nach Perth wollten) dürfte eine gemeinsame Reise recht unwahrscheinlich werden.

Bei einem Gespräch mit dem Barkeeper des Wiluna Hotel erfahren wir jedoch, dass zu dieser Jahreszeit täglich so um die 3 Fahrzeuge in jede Richtung unterwegs seine, woraus wir schiessen, dass wir das Abenteuer Canning Stock Route auch ohne zusätzlichen 4WD wagen könnten.


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Am Tag drauf stehen ich gegen 6:30 auf und nachdem Axel und Mark schon fleissig am Packen sind beeile ich mich auch ein wenig. Das Packen geht denn heute schon deutlich schneller als Gestern und nach nem kurzen Frühstück sind wir auch schon on the road – zwar sind wir noch nicht ganz sicher in welche Richtung aber immerhin mal unterwegs.
Crew für die CanningNach 50 Kilometern kommt aber dann doch der ersehnte Abzweig, an dem nur ein Schild verrät was hinter dieser unscheinbaren Kreuzung lauert. Noch ein schnelles Gruppenfoto mit Fahrzeugen und Besatzung und ab geht's auf die Canning Stock Route! (na ja - 'Schnell' ist vielleicht der falschen Ausdruck, sagen wir mal lieber: Sicher, denn natürlich war das Ergebnis 12 nahezu identische Bilder auf insgesamt 4 Kameras ;-)

die ersten Kilometer der CanningDie ist anfangs noch recht einfach zu befahren: zwei Spuren die sich mitten durch die nicht enden wollenden Graslandschaft schlängeln und viel Zeit lassen um die Landschaft zu bewundern.
Ich gewöhne mich schon mal an den neuen Fahrrhytmus: mit ordentlich Stoff und Spass den Track entlang brettern und alle 45 Minuten auf den Allrad warten.

Das läuft so weit ganz gut, zumal die Kommunikationüber die mitgeführten Funkgeräte recht gut klappt. Gegen 11 Uhr treffe ich dann hinter einer vom Gebüsch verdeckten Kurve auf die Sechs von Gestern. Die sind ein wenig besorgt weil sie meinen Krach schon seit längerer zeit gehört haben, ich aber offensichtlich nicht langsamer wurde ;-) aber auf so was ist man ja schliesslich gefasst und so endet das ganze nur mit nem effektvoll ausbrechenden Hinterreifen ;-)

Die Australier sind gerade am Holzsammeln, und wir schliessen uns an, damit wir heute abend auch ein kleines Lagerfeuerchen entfachen können. Allerdings dämmert es uns allmählich, dass der Australier schlecht hin, beim Offroadfahren mit etwas anderer Ausrüstung unterwegs ist als wir, nur so lässt sich Johns mitgeführte Kettensäge erklären...

Well No. 2, CSRNach kurzer Pause geht's dann weiter und wir treffen auf die erste Attraktion ihrer Art: Well No. 2. 52 dieser Brunnen (engl.: Well) wurden vom 'Erbauer' der Canning Stock Route einem gewissen Alfred Canning damals mit viel Mühe erbaut um die Wasserversorgung der Rinderherden allabendlich zu sichern. Dementsprechend hält man natürlich an jeder Well (ungeachtet ihres Namens oder Nummer) um ein Foto zu schiessen – immerhin ein guter Grund ein Pause einzulegen und sich die Beine nach der anstrengenden Fahrt ein wenig zu vertreten.
Dieses Exemplar der Gattung lädt allerdings nur bedingt zum Genuss des potentiell kühlen Nass ein: die grüne Farbe und der etwas strenge Geruch machen's deutlich.

Druchquerung eines kleinen BachbettesAls wir dann gegen 5 an Well No. 4a ankommen erfahren wir von den Australiern, dass wir offensichtlich auf Privatbesitz sind und hier nicht übernachten dürften (so erzählt von einer älteren Dame in ihrem Pick-Up, die den sechs entgegengekommen war und sie vehement auf diese Tatsache hingewiesen hat...) Wir entschliessen also zusammen bis zur grenze der Homestead weiterzufahren und dort zu Lagern. Die fahrt bei der schon sehr tiefstehenden Sonne entpuppt sich als recht unangenehm, da man den Pistenzustand nur noch schwer einschätzen kann.

Aber irgendwann ist auch das geschafft und wir bauen am Rande eines malerischen Billabongs (eines ausgetrockneten Flussbettes mit einer Wasserstelle) unser Nachtlager auf.

Well No. 5, CSRAm abendlichen Feuer erfahren wir dann endgültig wie ein ordentlicher Australier standesgemäss ausgerüstet sein muss:
Zwei daumendicke Stahlstangen um die Grillplatte aus massiven Gusseisen sowie mittels eines ebenfalls beachtlich schweren querrohres auch die verschiedenen Gusseisernen Kessel über dem Feuer hält.

Lagerfeuer auf der CSRAuch die sonstige Ausrüstung ist beachtlich: jeder führt ca. 450l Diesel mit (denn sie hatten gehört das der Sprit bei der Aboriginal Community auf halbem Wege nicht gut sein würde; von dem Fueldrop vom Capricorn Roadhouse wissen wie wohl nichts...), insgesamt vier Kühlschränke voller Fleisch (bei 3 Autos) und pro Wagen mindestens 2 'Slabs' (Palette a 36 Büchsen) Bier und ein Slab Mischgetränk wie Whisky-Cola!
Und wir hatten uns ernsthaft Gedanken über zu hohes Gewicht unseres Landcruisers gemacht!

Dabei sind die 6 mit ganz normalen Allradlern von der Stange unterwegs:
Paul mit ebenfalls einem 100 Series- Landcruiser, Setze mit einem Ford, der aber in Wirklichkeit ein Nissan Patrol zu sein scheint und Mark mit einem Landrover.

Blick von einem Hügel aufs UmlandAm nächsten Morgen Wechsel ich noch schnell auf ein kleineres Ritzel um der deutlich geringeren Durchschnittsgeschwindigkeit Rechnung zu Tragen und nach einem knappen Frühstück brechen wir auf in voller Vorfreude auf die Tatsache, dass heute die ersten Dünen zu bewältigen sein werden!
Zunächst stehen uns aber noch einige Wells und vor Allem viel steiniges Terrain bevor. Den einzigen Aussichtspunkt weit und breit nutzen wir dann natürlich auch um uns einen begrenztenÜberblick über die Landschaft zu verschaffen: grenzenlose endlose ebene Weite – Outback Australia.

die erste kleine Düne der CanningGegen Mittag ist's dann auch endlich so weit: die erste kleine Düne der Canning taucht auf; nicht gerade eine Hindernis, aber immerhin: der Spass beginnt!
Gegen Spätnachmittag nacht sich meine offensichtlich für das Terrain zu breite Fusshaltung äusserst negativ zu schaffen, als ich nämlich bei Tempo 50 an einem dicken Ast eines am Bodenliegenden Baumstammes hängenbleibe und mit Gottsjesusmässig die Haxen anschlage.
Der Schreck sitzt mit gehörig in den Gliedern und ich halte sofort und ziehe sogar meinen Stiefel aus um zu überprüfen, ob mein Fuss überhaupt noch in einem Stück ist; Die Schwellung hällt sich zwar in Grenzen aber ich sollte davon noch auf der gesamten Canning etwas haben...

Canning Stock Route, WADer Rest des Tages bleibt eher steinig statt sandig und bei der als Lagerplatz angestrebten Well 9 muss ich als Vorhut feststellen daß der Rasplatz schon von einer Kuhherde besetzt wurde und wir beschliessen lieber noch ein wenig weiter zu fahren und was nettes zu suchen, das uns dann auch nach einigem hin und her am Rande eines trockenen Flussbettes gelingt (Auch in Australien gilt natürlich wie in jeder Wüste: Übernachte nie in einem Flussbett, denn Du weisst nie wann Du nachts von einer von weit entfernten Regenfällen verursachten Flutwelle jäh aus Deinem Schlaf gerissen wirst!).

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updated: 23.2.2003
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