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EtappenlisteSeiten durchsuchen Story 02/1: Canning Stock Route (5)

 

Entfernung: ca. 1800km
Reisedauer: 7-18 Tage
Strecke:
Wiluna => Kunawarritji Aboriginal Community => Billiluna AbCom (Tanami Track) => Halls Creek


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Am nächsten Morgen geht's früh wieder los, wir bestaunen noch den Aufbruch der Traktoren und machen uns dann auf die steinige Piste und einige zehn Kilometer weiter kommen wir zum Abzweig zum berühmten Fuel Drop des Capricorn Roadhouses: Langezeit die einzige Möglichkeit auf der Canning zu Sprit zu kommen. Man muss dazu 2-3 Monate vorher das Ganze fässerweise ordern und drauf hoffen, das dann keiner vom falschen fass gezapft hat. Aber wie uns immer wieder glaubhaft versichert wird, geht das in der Regel ganz gut.

Hügel am WegesrandHier treffen wir auch auf die Vorhut der nächsten 5 Traktoren. Wie wir erfahren dass die anderen mittlerweile von der Canning abgebogen um eine etwas erträglichere Piste nach Alice nehmen zu könne. Nichts desto Trotz: 13 von ihnen haben also das Abenteuer gewagt...

Wir fahren also nach einem kurzen Gespräch weiter durch eine etwas steinige Landschaft, am Horizont sieht man vereinzelt tiefrote Hügel die aussehen als wären sie Abraumhalden aus riesigen Felsbrocken. Kurz vor der nächsten Well fängt dann zur Abwechslung wieder der Sand an. Ein für einen grossen Teil der Canning typischer Wechsel, der gerade den 4WDs das Leben schwer macht: fürdie Dünen sollte man eigentlich den Luftdruck auf bis zu 1 Bar ablassen, für die steinigen Etappen dazwischen riskiert man dann aber vermehrt Reifenschäden. Eigentlich müsste man die ganze Zeit Luft ein und ab lassen, aber man wählt dann meist einen Kompromiss von halbem Druck und akzeptiert eventuelle Reifenpannen...

Die Dünen haben's wieder ein wenig in sich und so muss an der einen oder anderen Stelle auch schon mal von Hand nachgeholfen werden.

Marks Lanrover auf dem steinigen Weg nach obenGegen Mittag, als es wieder mal recht steinig ist steht dann die nächste Herausforderung an: Ein Kleiner Hügel mit potentiell guter Aussicht. Man könnte natürlich auch hoch laufen, aber da lädt ein steinig-steiles Teil ein dass man auch als Weg bezeichnen kann. Der Versuchung kann natürlich keiner Widerstehen. Ich presche voraus, bleibe aber, nicht zuletzt wegen des nicht unerheblichen Gewichtes meiner Notausrüstung und der hinteren Tanks, an den enormen Stufen hängen und kann meine Mühle Pauls Landcruiser auf dem steilen Wge nach Obengerade noch vor dem herunterkullern bewahren. Paul und John helfen mir schnell beim Wiederaufstellen. Ich probier's noch mal und geb' dann auf - auf der anderen Seite führt ein geringfügig bessere Track nach oben und da geht's auf anhieb. Mark und Paul können das aber nicht auf sich sitzen Lassen und bringen ihre Geländewagen tatsächlich das derbe Teil nach oben! So viel zum Thema Risikobereitschaft inmitten der Wildnis ca. eine Woche Fahrtzeit von der nächstgelegenen Werkstatt entfernt...

Rotes Sandmeer der CanningGegen Nachmittag kommen wir dann in ein riesige Dünenlandschaft: in einigen Kilometern Abstand liegt eine riesige tiefrote Düne nach der anderen - in den weiten Tälern dazwischen wechseln sich verdorrte Graslandschaften mit Buschflächen ab. An vielen Stellen muss es vor einiger Zeit gebrannt haben, denn teilweise sieht man etwas, was für Australiens Zentrum eigentlich eher ungewöhnlich ist: riesige tiefrote Sandflächen bis zum Horizont (respektive bis zur nächsten Düne). Einfach atemberaubend!

Düne auf der CanningDer Tag will und will nicht enden, aber bei dem höchst abwechslungsreichen und beeindruckenden Anblick nehmen wir das gerne in Kauf. Da diese Dünen für die schweren Geländewagen doch immer wieder eine gewisse Herausforderung bedeuten habe ich viel Zeit um ausgiebige Fotostopps einzulegen, und diese nutze ich ausgiebig – welch eine Kulisse um meine Mühle in Szene zu setzten, nur schade dass diese faszinierende Landschaft einfach nicht in meinen Fotoapparat passen will...

Run-Up zur DüneOffensichtlich hatten die anderen viel Spass beim gegenseitigen ausgraben der Fahrzeuge, heute musste sogar Steve ins ienem 12 Jahre alten Ford dran glauben und musst sich tatsächlich von den 'German Tourists' und (was ja für einen echten Australier noch fast ehrenrühriger ist) ausgerechnet von Ruth über die erste grosse Dünen ziehen lassen!
Zudem steht das UHF nicht mehr still und mir bleibt mangels Sendeleistung meist nur das UHF beim Warten auf die Anderen neben mich in den Schatten meiner Mühle zu stellen und mir mit meiner treuen Mundharmonika die Zeit zu vertreiben, was zugegebener Massen etwas schwierig ist, wenn manDünenlandschaft auf der CSRbei den Kommentare und Hänseleien über Funk gar nicht mehr aus dem Schmunzeln und Lachen herauskommt– zum Glück ist es recht unwahrscheinlich dass hier jemand auf unserem Kanal mithört. Nach Steves Pech und seinem grossen Mundwerk Gesten hat er heute eindeutig die schlechtesten Karten – aber offensichtlich wechselt der Schwarze Peter von Tag zu Tag und alle haben definitiv mächtig Spass, und das nicht zuletzt aufgrund der zwischendurch eingelegten Stopps zum Kamele jagen, deren Spuren wir schon seit Tagen wir immer mal wieder kreuzen...

Laerplatz kurz vor Well No. 29Aber irgendwann haben wir uns auch durch dieses Sandmeer gegraben und finden einen kleinen aber netten Lagerplatz kurz vor der Well No. 29. An diesem Tag haben wir 175 km hinter uns gebracht – eine stolze Leistung beim gegebenen Streckenzustand. Die Anstrengung des Tages sitzt uns in den Knochen und so sind wir alle bald in unseren Zelten verschwunden, zumal heute die erste Nacht ist, in der wir ein wenig von Mossies (Stechmücken) heimgesucht werden.


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Reifenwechsel auf der CanningAuch am nächsten Tag wollen wir heute versuchen ordentlich Kilometer zu machen – lockt doch schliesslich Kunawarritji, eine Aboriginal Community, die mit minimalen Versorgungsmöglichkeiten und der einzigen Tankstelle auf der Canning ausgestattet ist.
Zunächst müssen aber Mark und Axel Erstmal die etwas lädierten Ersatzräder, die wir am Vortag nach einigen Platten Montieren mussten austauschen...

Thring RockNicht weit von unserem Lagerplatz liegt ein kleiner Hügel, der Thring Rock, den wir noch kurz erkunden, allerdings hatten wir schon genügend solcher Aussichtspunkte in den letzten Tagen, so dass sich unsere Begeisterung in Grenzen hält.
Weiter geht's dann durch eine wunderschöne Steppenlandschaft mit hüfthohem Spinifex Gras, das golden in der Morgensonne schimmert und vereinzelten Gum-Trees. Eine idyllische Landschaft, vor allem wenn man bedenkt, dass man sich eigentlich gerade inmitten einer riesigen Wüste befindet...

Eingestürtzte Munjingerra CaveWir wollen noch bei der Munjingerra Cave vorbei, einer kleinen Höhle im Boden, die schon seit Jahrtausenden von Aborigines genutzt wurde, doch leider ist sie nach den üblen Überschwemmungen der letzten beiden Jahren weitgehend eingestürzt. Angeblich sollen dort jetzt recht grosse Schlangen hausen, aber wir können vom Rand aus keine entdecken, dennoch will keiner so recht wagen die paar Meter hinabzusteigen. Wir ziehen also unverrichteter Dinge weiter.

Ballspiel auf der CSRAlternativ gönnen wir uns aber eine kleine Pause, denn Axel und Mark haben gefallen am australischen Volkssport Nummer eins: Kricket gefunden. Allerdings bringen sie es ein wenig mit Baseball durcheinander, was sich nur bedingt mit der australischen Vorstellung in Übereinklang bringen lässt – sind doch die 'blody Yanks' nicht gerade besonders beliebt in Down Under.

scharfkantiger Schotter auf der CanningWir brechen wieder auf und kurz darauf ändert sich die Landschaft ein wenig; aber vor allem der Untergrund ist eine neue Herausforderung ans Material: scharfkantige Felsplateaus mogeln sich immer wieder zwischen den Sand. Das drückt die Reisegeschwindigkeit schon deutlich, denn solche scharfen Steine gehen arg auf die Lebensdauer der Reifen und drum machen wir langsam. Selbst ich mit der KTM komme gerade mal auf eine Reisegeschwindigkeit von 30-40 km/h, sprich selten aus dem 2. Gang, was natürlich die Öltemperatur in die Höhe Well No. 31, CSRschnellen lässt. Ich nehme mir vor heute abend die Nadel des Vergasers ein wenig höher zu hängen, was zwar einen erhöhten Benzinverbrauch aber eben auch eine bessere Kühlung des Zylinders zur Folge haben wird. Irgendwann haben wir dann das gröbste hinter uns gelassen und kommen an Well No. 31 an, die recht malerisch (und vor allem recht schattig, was uns bei den mittlerweile knapp 35 Grad sehr viel wichtiger ist...) in einem recht verwachsenen kleinen Hain wo wir eine kleine Pause einlegen.

Canning Stock RouteAb Well No. 31 wird's dann aber zum Glück wieder Sandiger und vor allem übersichtlicher. Der Track windet sich in leichten bögen durch die riesige Grasebene und er bietet wunderbare mehr oder weniger Feste Seiten an die man auch bei Tempo 80-100 noch gute Anlieger setzten kann ergo ist die Jagd eröffnet! Das ist genau das Terrain für mein Kati! Da macht die Heizerei so richtig Laune!

Abzweig zur Gary Junction RoadAber die Geländewagen, allen vorweg zur Abwechslung mal Mark der sonst immer recht vorsichtig zu Werke gegangen ist setzt neue Massstäbe. Und das bei einem zunehmen bockenden Heck, denn auch das Fahrwerk eine Landrovers nimmt die materialmordenden Strapazen der Canning nicht klanglos hin. Immer weiter heben die Hinterräder nach jeder Bodenwelle wieder vom Boden ab, doch das scheint Mark nicht weiter zu stören. An Well No. 32 verkündet er dann, dass er schnellstmöglich zur Community will um dort neue Shockies (Stossdämpfer) zu organisieren, denn ohne dies wolle er keinen Kilometer weiter fahren – seine Logik dann davor wie ein verrückter den Track entlang zu Heizen verstehen aber wiederum wahrscheinlich nur echte Aussies...

Telefonzelle inmitten der WüsteAm frühen Nachmittag kommen wir dann auch an einer der berühmtesten Telefonzellen des Kontinents an, scheinbar inmitten der Wüste an der einzigen staubigen Kreuzung weit und breit stand früher die einzige Kommunikationsmöglichkeit auf der Canning: eine Telefonzelle. Mittlerweile ist sie aber nur noch ein funktionsuntüchtiges Denkmal, denn keine 10 km weiter lockt der Laden und die Tankstelle der Kunawarritji Aboriginal Community.

Kunawarritji Community, CSRZu der fahren wir denn auch, obwohl wie gehört haben, dass alles Samstags und Sonntags geschlossen ist, aber wie erhoffen uns den Caretaker (üblicherweise ein Weisser) zu treffen, der uns vielleicht weiterhelfen kann. Doch dort ist absolute Menschenleere. Am Ortseingang steht nur ein Schild: man solle doch bitte die Aborigines respektieren und doch bitte Samstags und Sonntags nicht durch den Ort fahren. Dummerweise kann man auch an diesen beiden Tagen nicht den kleinen Campingplatz benutzen. Also entschliessen wir uns etwas weiter die Canning zu fahren und an der Well No. 33 unser Lager aufzuschlagen.

Pauls LAndcruiser wird ausgepackt...Dort geht's auch mit guten 120 hin, denn hier ist der Track kurzzeitig eine einigermassen breite Piste. Wir warten bis alle angekommen sind und halten Kriegsrat. Dann verkündet Mark, dass er mit Paul ins einem Landcruiser mal eben nach Port Headland brettern wolle - sind ja nur läppische 800 km pro Weg! Denn in der Community gäb's keine Landrover Ersatzteile und der nächste Ort wo's so was geben könnte wäre eben Port Headland.

Provische Dusche  und Autowerkstatt an der Well 33Pauls Landcruiser wird also kurzerhand ausgepackt, damit sie ordentlich schnell die breite Piste nach Port Headland brettern können. Wir bauen also schnell Marks Stossdämpfer aus und die bekannte Outback-Dusche auf, das die beiden noch gerne 'ne Dusche nehmen möchten bevor sie die Nacht durchfahren.

Lager an der Well 33.Nachdem die beiden zu ihrem Marathon aufgebrochen sind, bauen wir anderen in aller Ruhe unser Lager auf und genehmigen uns in der laufen Abendluft ebenfalls eine warme Dusche. In Vorfreude auf erhofften Biernachschub, der als willkommener Nebeneffekt der Fahrt nach Port Headland abspringt, denn die Biervorräte unserer australischen Freunde ist jetzt, bei Poker auf der Canningetwa halber Strecke schon auf gut 20% gesunken. Ein Grund mehr ordentlich zu feiern und uns prächtig am riesigen Lagerfeuer zu unterhalten. Mark, Axel und Trev hingegen frönen der hohen Kunst des Kartenspiels: Poker und Black-Jack mitten auf der Canning.
Alles in allem also eine willkommene Abwechslung von den Strapazen der letzten Tage...

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updated: 8.3.2003
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