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EtappenlisteSeiten durchsuchen Story 02/1: Canning Stock Route (8)

 

Entfernung: ca. 1800km
Reisedauer: 7-18 Tage
Strecke:
Wiluna => Kunawarritji Aboriginal Community => Billiluna AbCom (Tanami Track) => Halls Creek


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Graslandschaft nach Well 46Am nächsten Tag lassen wir uns ein wenig Zeit zum Loskommen.
Zunächst führt uns der Track durch weite Grasebenen in denen in der Morgensonne das Spinnifex golden im Wind wogt. Dazwischen finden sich immer häufiger Termitenhügel, wie ich sie schon kenne. Allmählich merkt man, das wir dem Ende dieses Abenteuers immer näher kommen: dem Tanami Track, der durch die gleichnamige Wüste führt, die ebenfalls durch ihre Silber/Goldenen Spinnifex Ebenen und die riesigen Termitenhügel besticht.

Breaden Hills, CSRNach einer Stunde fahrt ist's mal wieder Zeit einen Hügel zu erklimmen und die Landschaft zu überblicken. Noch eine gute Stunde später sind wir dann bei den Breaden Hills angekommen. Auch dieser recht imposante Gruppe will natürlich erklommen werden. Als ich auf halber Höhe ankommen muss ich feststellen, dass es doch recht dumm war meine Schutzkleidung nicht zuerst auszuziehen und dann auf den steilen Hügel zu steigen...

Blick auf dei Ebene um die Breaden HillsSchweissüberströmt kann ich aber dann doch noch die weite Aussicht über das endlose flache Land bewundern; an einem Platz wie diesem wird einem die absolute Angelegenheit der Gegend erst so richtig bewusst: ausser uns ist hier eigentlich weit und breit kein Mensch, und wäre hier nicht zufällig diese alte Viehroute wäre hier vielleicht einmal alle 10 Jahre ein Aborigine auf einem Walkabout durchgekommen. Man macht sich besser keine ernsthaften Gedanken darüber, was wohl im Falle eines schwerwiegenden Unfalls hier passieren würde...

Nach dieser körperlichen Strapaze wollen wir noch zu einem Rockhole nicht weit von hier in einer der Schluchten gelegen, das eigentlich Wasser führen sollte. Der Track dort hin entpuppt sich als ein wahre Heizerstrecke: Tiefe breite Spurrillen, mit harten Kanten, die ich ideal für Anlieger nutzen kann! Aber auch die 4WDs lassen sich nicht lumpen und so sind wir bald drauf an dm kleinen Wasserloch, dass jedoch leider schon längst trocken ist.

Tiefe Spuren im Lack des LandcruisersNach dieser schweisstreibend kleinen Wanderung in einem kleinen Tal, in dem sich die Hitze nur so staut, ist erst mal Mittagspause angesagt – Cracker, Vegamite, Chedar Käse und, Dank unserer australischen Freunde, eine eiskalte Cola – das macht die Hitze wieder erträglich. Nebenher werfen wir einen Blick auf unseren Toyota und sind froh, dass wir eine gute Rundum-Versicherung abgeschlossen haben; der feine Staub der Wüste fördert die Wahrheit zu Tage: der Wagen, der vor unserer Abfahrt gerade mal 5000 km auf dem Tacho hatte, also quasi nagelneu war, ist mittlerweile erheblich zerkratzt; von dem Fahrwerk und dessen Strapazen auf der Strecke bisher gar nicht erst geredet...

Termitenhügel zwischen frischem grünen Spinnifex GrasDie Landschaft ist hier grandioser denn je: tiefrote Dünen wechseln sich mit golden wogenden Spinnifex-Meeren ab. Dazwischen immer mal wieder Regionen die vor wenigen Wochen Regen abbekommen haben mussten, denn hier grünt und blüht alles – und dazwischen abertausende von Termitenhügeln; da muss man aufpassen, dass man nicht vom Track abkommt, denn diese Kollegen sind so hart wie Beton und eine Kollision riskiert man daher lieber nicht...

Grasmeere in der MorgensonneSteve schafft es schon wieder vom Wagendach zu fallen und prellt sich den Rücken – also wird kurzerhand umdisponiert und unser Mark fährt mit Trev, der schon seit langem mit seinen 15 Jahren alle Widrigkeiten der Canning mit seinem fahrerischen Geschick meister, in Steves Wagen, während er sich's bei uns auf dem Rücksitz gemütlich macht. Wir aber geniessen die atemberaubende Landschaft, die an uns vorbeizieht und können es kaum fassen, wie abwechslungsreich ein Wüste tatsächlich sein kann.

Abscheidsfest unterm Tarp in der prallen SonneDann, am frühen Nachmittag treffen wir einen Entschluss: Weshalb durch diese geniale Landschaft weiter hetzen? Heute schaffen wir's eh nicht mehr, warum also nicht unsere Bierreserven ordentlich dezimieren und unseren leider bald anstehenden Abschied gehörig, auf australische Art feiern?!?
Also suchen wir uns ein nettes Plätzchen neben der Well 46 auch prompt finden, spannen unser Tarp wieder auf und räkeln uns bei eiskaltem Bier im 25 Grad heissen Schatten – das haben wir uns auch redlich verdient!

letzter Sonnenuntergang auf der CanningNoch bis spät in die Nacht unterhalten wir uns prächtig, über Gott und die Welt, kochen unser letztes gemeinsames Abendessen, mit allem leckeren, was wir uns bis hierher noch aufgespart haben, geniessen den letzten faszinierenden Sonnenuntergang der Canning und versuchen gemeinsam so gut es geht, die enormen Bierreserven der Australier aufzubrauchen – nicht auszudenken, wenn sie mit solchen Reserven am Ende in Halls Creek einlaufen würden...


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günes Spinnifex und Dünen in der Ferne...Am nächsten Morgen sitzen die Folgen der Feier vom Vorabend noch ein wenig in den Knochen und die Stimmung ist auch ein wenig gedrückt – schliesslich stehen heute zwei recht unerfreuliche Dinge an: Wenn wir den Tanami Track erreichen wird unser Abenteuer ein jähes Ende finden und zu alledem müssen wir uns von unseren neuen, mittlerweile lieb gewonnenen Freunden verabschieden. Zudem entschliesst sich Ruth mit den Australiern nach Darwin zu fahren, denn ihr Rückflug geht von dort. Uns aber zieht es nach Alice, denn wir waren mit der Canning wesentlich schneller als geplant, und als kleiner und keineswegs unerheblicher Trost winkt für Axel, Mark und mich noch die Simpson Desert, die ich ja schon zwei mal undurchquert lassen musste!

riesige Auswaschungen der letzten RegenfälleDann brechen wir endlich auf zur letzten Etappe, die es noch mal in siech hat. Der Track ist wieder dicht umwachsen, die Äste peitschen auf meine Kombi ein – zum Glück trage ich einen guten Panzer drunter! Immer wieder muss man höllisch auf Halbmeter tiefe Auswaschungen am Wegesrand achten, da könnte man locker seine Achse verlieren oder aber ein halbes Motorrad drin versenken!

riesige Auswaschungen am WegesrandWir bestaunen dieses Naturschauspiel und versuchen uns auszumalen, wie wohl die Strecke noch vor wenigen Monaten ausgesehen haben musste, als sie weiter zurück unpassierbar war; unvorstellbar eigentlich, dass in einer so trockenen Wüste die Route für anderthalb Jahre wegen Überschwemmung unpassierbar sein kann!

Graslandschaft am Rande der canningDann führt uns ein Abzweig zur Well 50 durch eine sandige Graslandschaft. Ja, nun merkt man, dass wir der Tanami Wüste immer näher kommen: so faszinierend kenne ich sie von meinen früheren Reisen!
Wir machen aber Erstmal eine kleine Pause, denn die Temperaturen machen uns mittlerweile ein wenig zu schaffen und ich fülle meine Wasserreserven auf...

sandiges Ende der CanningUnd dann quert plötzlich eine gut ausgebaute Piste den Track. Wir ignorieren dieses eindeutige Zeichen der Zivilisation und versuchen uns noch ein wenig weiter auf dem offensichtlich immer weniger befahrenen Track zu halten. Er führt und in eine Landschaft aus riesigen Lehmpfannen, die aber alle voller Wasser sind. Wir versuchen in einem letzten Anlauf noch auf den feinsandigen Dämmen zwischen ihnen weiter zu kommen, doch an einem Wasserloch mit Windmühle ist auch dieser Weg zu Ende.

die zivilisation mit ihren staubigen Pisten hat uns wieder...Nach einer kurzen Erfrischung heisst also im Tiefsand kehrt zu machen und zurück zu der Piste. Dieser folgen wir dann gut 150 km. Mit Tempo 100-120 brettern wir auf dieser Schotterpiste der Billiluna Aboriginal Community und damit dem Tanami Track entgegnen. Zwischendurch müssen wir immer wieder Hacken schlagen, wenn eine Lehmpfanne von der Piste umfahren wird, oft genug brettere ich aber einfach gerade aus, weil ich den Abzweig zu spät erkenne – aber ich habe Glück: auch hier ist mittlerweile alles wieder trocken und so hinterlasse ich nur eine einsame Spur auf der noch etwas weichen Oberfläche.

An einer alten Viehtränke machen wir Mittag und ich montiere wieder das grössere Ritzel, denn bis zur Simpson Desert ist's weit, und ich werde dich nächsten 1500 km sicherlich nicht mehr langsam machen müssen...
Mit ein, zwei eiskalten Colas bewaffnet starten wir zum abschliessenden Abschiedsfoto-Marathon – schliesslich wollen acht Fotoapparate ihr Andenkenbild in besten Licht mitnehmen!

Abschied an der Kreuzung zum Tanami TrackUnd dann sind es auch nur noch 50 staubige Pistenkilometer und wir stehen am Ende der Canning: nach 14 Tagen und 1650 km seit Wiluna steht unsere verschworene Gemeinschaft ein letztes Mal zusammen. Wie verabschieden uns von unseren australischen Freunden und von Ruth, die verspricht die Bande in Darwin zum Dank ordentlich zum Essen auszuführen.

warten auf die 4WDs auf der CanningEin richtiges Abenteuer waren diese zwei Wochen, durch eine Geniale Landschaft, über harte, sandige, materialmordende, staubtrockene, mal eiskalte, aber meist brütend heisse einsame Spuren – es fehlen die Worte dieses Erlebnis zu beschreiben.
Mit einem weinenden und einem lachenden Auge machen wir uns auf den monotonen Weg, die knapp 1000 kmüber den Tanami Track nach Alice Springs, in die Oase inmitten des trockenen Kontinents.

faszinierende Canning Stock RouteVon dort aus werden wir uns unseren Traum erfüllen und die Simpson Desert durchqueren– sicherheitshalbe gleich zwei Mal – und durch Zufall an dem Ereignis des Outbacks teilnehmen: den berühmt-berüchtigten Birdsville Races. Der Patzer mit dem losvibrierten Luftfilter wird noch schwerwiegende Folgen nach sich ziehen, und ich muss 8000 km später, wieder mal in Alice Springs bei meinem alten Freund Woddy von Race Motor Cylces den Kolben und Zylinder der treuen KTM wechseln, zur Abwechslung mal wenigstens meine eigene Schuld – aber das ist eine ganz andere Geschichte...

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updated: 16.8.2003
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