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EtappenlisteSeiten durchsuchen Story 02/1: Canning Stock Route (4)

 

Entfernung: ca. 1800km
Reisedauer: 7-18 Tage
Strecke:
Wiluna => Kunawarritji Aboriginal Community => Billiluna AbCom (Tanami Track) => Halls Creek


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Am nächsten Morgen machen wir uns wieder auf den Weg – auch die Aussies haben sich entschlossen die ursprünglich zweitägig geplante Pause zu verkürzen und so sind wir endgültig eine gemeinsame Reisegruppe und jetzt fängt der Spass auch erst so richtig an...

Wildflowers auf der CanningIch mach aber das, was ich die letzten paar Tage offensichtlich am besten komme: kaum sind wir auf der Piste schlag' ich mir doch glatt schon wieder den mittlerweile ja schon recht geschundenen Fuss an – welch wundervoller Start in den neuen Tag! Dafür entlohnt mich aber die Landschaft mit wundervollen 'Wildflowers' die allenthalben den Wegesrand mit ihren vollen Farben säumen.

Gorge auf dem Weg zur Diebil Spring Dann biegen wir ab zu einer etwas abgelegeneren Well, der Diebil Spring – der Weg dorthin entpuppt sich als (zumal mit meinem lädierten Fuss, bei dem die Fuhre nur schwer in engen Kurven exakt zu steuern ist) als äussert anspruchsvoll: zunächst geht's durch tiefen Sand, der Track für im engen Zickzack um die Büsche die oftmals mit ihren zweigen den halben Track versperren und somit jegliche Sicht auf das dahinterliegende unmöglich machen. Das wäre ansich jedes für sich kein Problem, wäre da nicht die klitze kleine Tatsache, dass der einzige Weg tiefen, kurvigen, sandigen Spuren zu folgen ordentlich Schwung zu haben ist, und das dem nunmal entgegenspricht, das man sie weiss, was hinter dem nächsten Busch auf einen lauert...

steinige Passage auf dem Weg nach  Diebil SpringsDoch dann kommt zur Abwechslung ein langer, steiniger Abschnitt und mein Fuss macht mir merklich zu schaffen, und weil ich damit die Fuhre nicht immer abstützen kann landet sie natürlich auch prompt mit der Schwinge auf eben diesem. Eine recht heikle Situation, weil der Fuss doch arg eingeklemmt ist, und ich die schwere Mühle in der eingeklemmten Position kaum bewegen kann; mit letzten Kraftreserven schaff ich's dann irgendwie die Maschine von mir runterzuschieben (was mein Fuss irgendwie gar nicht mag...).

Blick auf die 4WD Karawane aus der FerneEine um die andere kleine Schlucht geht vom Track ab und nach der Dritten die sich als uninteressante Sackgasse entpuppt kehren wir dann recht ermattet um. Abends beim Auswerten meiner GPS-Daten auf dem mitgeführten kleinen, alten Laptop stellen wir fest, dass uns zu den gefahrenen 18 km höchstens noch 3 gefehlt hätten... wenn man bedenkt, dass wir für die 18 km auch ne gute Stunde gebraucht haben (wobei selbst ich mit dem Motorrad nur 10 Minuten schneller war als die 4WDs kann man sich in etwa ausmahlen wie anspruchsvoll der kleine Track war...

verdiente ruhepause im Schatten der KTMIrgendwann ist aber auch diese Tortour überstanden und wir treffen wieder auf den Haupttrack. Leider gibt's weit und breit keinen Schatten und die 4WDs sind auch noch nicht per Funk zu erreichen. Also Erstmal die schwere Kluft aus und erschöpft wie ich bin setzte ich mich in den Schatten meiner treuen KTM, angenehm ist's zwar auf diesem steinigen Boden nicht wirklich aber gerade ist alles besser als in der gleissenden Sonne zu stehen...

Canning Stock RouteAls dann nach ner knappen halben Stunde die anderen endlich auftauchen (ich hatte mir schon angefangen Sorgen zu machen...) und mir dann Mark auch noch ne eisgekühlte Cola anbietet (welch ein Luxus hier mitten im Nirgendwo!) erwachen dann auch meine Lebensgeister wieder.

Dünen auf der CanningEinigermassen erholt machen wir uns auf den Weg zur Well 19. Doch zur Abwechslung kommen wir wieder durch ein grosses Dünenfeld das sich vor allem dadurch auszeichnet, dass hier immer 3-5-fach Dünen aufs mal auftauchen – mit allen schon erwähnten Orientierungsproblemen. Zum Glück komm ich aber überall ohne wirkliche Schwierigkeiten durch. Die Autos tun sich da ein wenig schwerer und so muss ich immer wieder recht lange warten, was mich aber bei meiner Erschöpfung nicht gerade stört ;-)

Rastplatz 3km hinter Well 19Aber irgendwann haben wir es dann doch geschafft und kommen zur Well 19. Die ist nicht gerade recht ansehnlich und drum fahren wir ein wenig weiter und finden ein recht lauschiges Plätzchen unter Bäumen wo wir unser Lager aufschlagen und uns ermattet das eine oder andere Bier gönnen: das haben wir uns heute aber hart verdient!

Axel, Mark und Ruth beim ReifenflickenDie letzten Tage haben einiges an Spuren an den Fahrzeugen hinterlassen (mir fehlt mittlerweile ach schon der zweite Blinker) – vor allem sind aber Reifen zu reparieren. Das bedeutet die erste Begegnung mit den berüchtigten Spaltfelgen (Split Rims): Auf eine normale Felge wird der Reifen mit viel Gewalt einfach über die Wulst (Rim) gepresst, was aber mit blosser Hand erhebliche Schwierigkeiten bedeutet. Alternative dazu sind eben Split-Rims, bei denen auf der Aussenseite der Felge ein schwerer Stahlgürtel mit einer Kerbe liegt. Bei Luftlosem Reifen kann dieser mit zwei Montierhebel leicht abgenommen werden und dann fällt der Reifen ganz einfach von der Felge. Danach braucht man nur noch den Schlauch zu flicken und das ganze wieder aufpumpen – und hier wird's jetzt heikel: der Reifen wird erst durch den Luftdruck ins Felgenbett gepresst, sitzt der Stahlgurt nicht exakt, so kann dieser beim Aufpumpen meterweit durch die Gegend geschleudert werden – wer da dazwischen steht hat ein ernsthaftes Problem! Drum legt man den reifen sicherheitshalbe auf die Seite mit dem Stahlgurt, hat dann aber das Problem dass man eben vorsichtig nachsehen muss ob am ende der Gurt auch ordentlich sitzt...

Abendstimmung am RastplatzWie auch immer – nach einiger Zeit haben die Drei das Problem gelöst. Ich hingegen mache nebenher meinen täglichen Service am Motorrad, der vor allem den Luftfilter beinhaltet: dieser ist immer recht staubig (in diesem Jahr ist es besonders staubig: jeden Tag muss ich 1-3 Mal Filterskins wechseln und abends dennoch den Luftfilter auswaschen (bei der KTM werden hierbei Schaumfilter eingesetzt die mit speziellem Filteröl getränkt werden und mit Lösungsmittel ausgewaschen werden und dann wieder neu eingeölt werden – eine recht lästige Angelegenheit, denn dieses Öl ist extrem klebrig und geht kaum wieder von der Hand ab...

Sonnenuntergang auf der CanningHeute werde ich jedoch böse überrascht: Axel hatte noch gemutmasst ob irgendwas an meinem Moped nicht stimmen würde es würde so anders klingen. Ich hatte nichts bemerkt (aber ich fahre ja auch wegen des Lärmes immer mit Ohrenstöpseln...); als ich dann den Luftfilterkasten öffne ahne ich arges: der Filter liegt einfach so im Kasten! Grund ist wohl, dass ich mit meiner lädierten Hand den Befestigungsmechanismus nicht richtig eingehängt hatte. Das bedeutet dann wohl, dass die Mühle an diesem besonders staubigen Tag Staub gezogen hat. Ich hoffe dass er erst vor kurzem runtergefallen ist, aber ändern kann ich jetzt nichts. Später auf der Reise sollte sich zeigen, dass diese Episode schwerwiegende Folgen haben sollte...


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salzige Lehmpfanne Nach dem morgendlichen betanken der Fahrzeuge brechen wir wieder auf und fahren durch eine wunderschöne, leicht sandige Grasebene. Dazwischen kommen wir hin und wieder durch ein salzige Lehmpfanne mit betonharten flachen Tracks auf denen man es für einige Kilometer mal ordentlich krachen lassen kann (so lange keine Biegung mit leicht feuchten stellen auftaucht, die dann schale glatt wie Schmierseife sind...)

Ufer des Savory Creek, CSRGegen mittag kommen wir dann an den Savory Creek, der in den Lake Disapointment führt. Man kann es kaum glauben: Hier inmitten der kargen Wüste leigt ein Fluss (der aber kaum fliesst) und ein riesiger See. Das dachten sich sicher auch Alfred Canning und seine Crew, als sie die Canning erschlossen – offensichtlicher Grund für die Namengebung ist jedoch, dass das Wasser äusserst salzhaltig ist.

Furt durch den Savory CreekDie ist eindeutig an den dicken Salzkrusten an den Böschungen zu erkennen. Ich erkunde die beiden Ufer des Savory Creeks – ein erstaunlicher Anblick! Die linke Seite scheint keinen Furt zu bieten drum fahren wir weiter auf der rechten Seite entlang und nach nem guten Kilometer sehen wir ne ansprechende Stelle. Ich bin zwar nicht begeistert von der Idee noch gut 10 Tage mit salzverkrusteter Mühle weiterzufahren, aber was anderes als die Durchquerung der Furt bleibt uns eh nicht...

nach der Querung der Savory Creek FurtHeute hat sich endgültig eine zwar in Australien eigentlich verbotene aber dennoch geniale Reisemethode etabliert: das Dach-Fahren wird von unserer Gruppe zur Perfektion getrieben: mit Bierversorgung Funkverbindung und vor allem einer Unmenge Spass (den mittlerweile komme ich mit meinem Funkgerät kaum noch zu Wort weil das Teil die ganze Zeit quäkt) Alle scheinen mächtig Spass an der Reise zu haben – nicht zuletzt weil man vom Dach aus eine gigantische Aussicht über die einzigartige Landschaft hat!

Lake Disapointment, CSRNach der Querung geht's weiter zu nem Abzweig der zum Lake Disapointment führt; Wir brettern die 10 km kurz durch und stehen dann vor einem Naturschauspiel: ein Salzsee mit enormen ausmassen und riesigen eiskristallen – eine gespenstische und erfurchtseinflössende Mondlandschaft, unwirtlich und faszinierend!

Salzkrisalle auf dem Lake DisapointmentWir spazieren über diese gleissend weisse Ebene und bestaunen die faszinierenden Salzkristall Gebilde.
Dann geht's weiter zunächst weiter mit 80 bis 100 über pottebene Lehmpfannen – eine gnadenlose Heizerei, bei der ich zu den Geländewagen nicht viel Abstand gewinnen kann, den die Aussies lassen mittlerweile ordentlich krachen!

zur Abweschlung: DünenNach der Highspeed- Etappe kommen dann grosse Dünen, die aber meist recht fest sind und somit keine nennenswerte Schwierigkeit bedeuten, wohl aber einen deutlichen Spassfaktor bringen und wunderbare Aussichten ermöglichen– da macht das Mopedfahren so richtig Laune!

sandige CanningWir kommen an der einen oder andren Well vorbei, die allerdings allesamt in schlechtem Zustand sind und am Nachmittag kommen wir dann zur Georgia Bore, die ein paar Kilometer abseits von der Canning liegt und vor Jahrzehnten von einer Ölgesellschaft auf einer ihrer zahlreichen Landerkundungsexpeditionen auf der Suche nach neuen Bodenschätzen zu Versorgungszwecken eingerichtet hat.

Georgia Bore, CSREgal wer sie erreichtet hat für uns zählt nur eines: wunderbarstes klares kühles feuchtes Frisch! Mittlerweile sind die Temperaturen tagsüber auf gut 30 Grad gestiegen und dementsprechend verschwitzt sind alle, also wird zunächst in der gleissenden Nachmittagssonne geduscht (zur abwechslungsweise ohne Technik sondern einfach nur mit den kühlen Nass) und die Wäsche mal wieder gewaschen.

Ausschau auf dem Dach der 4WDsDann erleben wir die grosse Überraschung. Wir hatten ja vom täglichen Gegenverkehr viel vom Gerücht der Traktoren erfahren, und nun sollten wir sie tatsächlich endlich treffen: plötzlich meint einer: Heh! das hört sich doch nach Traktoren an! Und da! Die Dieselfahnen am Horizont! Wir steigen auf alle verfügbaren Dächer und tatsächlich: auf den entfernten Dünenkämmen kann man immer wieder unfassbare sehen!

Eine Gruppe von gut 8 uralten tieforangen Traktoren kämpft sich über die Dünen! Aber was noch unglaublicher ist, sie führen eine Reihe von 'Supportfahrzeugen' mit – meist Autos mit äusserst geringer Bodenfreiheit die aber durch schwerbeladene Anhänger kompensiert wird: einfache Pick-Ups, von denen man denkt, das eine einfache Schotterpiste schon zu viel des Guten wäre, Subarus mit tiefen Spoilern – einfach alles von dem man nie auf die Idee kommen würde es über eine solche mit Dünen übersäte Route zu zerren! Und genau das machen die Traktoren auch, denn mit ihren riesigen Reifen kommen sie problemlos über jede Düne, und wer ihnen nicht aus eigener Kraft folgen kann, der wird kurzerhand von zwei Traktoren drübergezogen. Unfassbar.

Supportfahrzeuge der TraktorenWie sich herausstellt handelt es sich um einen Club, der vor zwei Jahren schon die Gibb River Road bezwungen hat und dies Jahr mit insgesamt 18(!) Traktoren die Canning bezwingen. Verrückt. Aber es scheint zu funktionieren. Die sind guter Dinge aber der Gruppenzusammenhalt schient recht schlecht zu sein. So muss schliesslich Mark ran als es drum geht die Achsaufhängung eines der Anhänger zu schweissen. Und hier können wir die berühmten Künste eines echten Busch-Mechanics bewundern. Man nehme 2-3 Autobatterien in reihe und schon hat man mit ner Schweisselektrode das perfekte Schweissgerät. Mark als alter Hase legt einige brillante Schweissnähte hin und hat sich somit einen Abend mit Bier bis zum Abwinken erarbeitet ;-)

grösserer Service mitten auf der CanningNachdem diese Sensation verdaut ist geht's an die täglichen Servicearbeiten an den Fahrzeugen. Bei meiner KTM steht heute zusätzlich das Reinigen des Kühlers auf dem Plan, denn der ist durch die dicht bewachsenen Seiten des Tracks mittlerweile deutlich mit Grassamen und ähnlichem zugesetzt. Wir pumpen kurzerhand Marks Ersatzrad mit gut 5 Bar auf und ich nutzt dann einen Schlauch zum Ausblasen, was bedingt funktioniert. Nach etlichen zeitraubenden Durchgängen ist dann der Kühler wieder einigermassen frei und ich besorge mir bei den gutausgerüsteten Aussies ein wenig dichtes Fliegengitter, dass ich vor den Kühler spannen kann um zu verhindern dass er sich wieder so zusetzt.

Sonnenunterang amn der Georgia BoreNach all der Arbeit gönnen wir uns noch ein paar Bier, klönen mit den verrückten Traktorfahrern, und geniessen mal wieder den genialen Sonnenuntergang mit Vollmond: welch ein Anblick – schöner kann sich die Wüste fast nicht mehr zeigen.

 

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updated: 23.2.2003
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