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EtappenlisteSeiten durchsuchen Story 98/5: Cape York (4)

 

Entfernung: 2216km
Reisedauer: 14 Tage
Strecke:
Cairns => Daintree => Cape Tribulation => Cooktown =>
Old Laura => Lakefield NP => Musgrave STN =>
Coen => Archer River RH => Iron Range NP =>
Lockhart River AbCom => Bramwell => Gunshot River => Jardine River => Siesia => Punsand Bay => Pajinka (Cape York) =>
Somerset => Bamaga => Jardine River => Heathlends Ranger STN => Archer River RH => Coen => Musgrave => Laura => Cairns

Besonderheiten: Auf halbem Weg gebrochenes Schlüsselbein, daher Rest der Reise im Toyota Landcruiser von Jörg mitgefahren :-)

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Nach reichlicher Überlegung hatten wir uns also entschlossen, nicht die berüchtigte Furt durch den Jardine River, die auf dem Old Telegraph Track liegt, zu nehmen. Ausschlaggebend war wohl die Geschichte, die Jörg von zwei deutsche Pärchen auf seinem Weg mit ihnen durch die Gibson Desert erzählt bekommen hatte.

Südende der Furt durch den Jardine River, QUEDort war er nämlich zusammen mit einem Unimog und einem 10-Tonner Mercedes LKW-Wohnmobil unterwegs gewesen. Gefahren wurden diese Ungetüme von zwei deutschen Pärchen. Die erzählten ihm, wie es ihnen einige Monate zuvor an eben dieser Furt ergangen war:

Sie hatten also mit viel Mühe ihre zwei Ungetüme über die schmalen Tracks bis an die Furt durch den Jardine River gebracht und einigen 4WDs zugesehen, die die Furt tatsächlich meisterten.

Nun sollte man sich wohl erstmal einige Eckdaten der Furt verinnerlichen: Die Furt ist gut 50m breit, der Mindestwasserstand liegt bei 80-100cm - je nachdem, wie die riesige Sandbank, die in der leichten Flußbiegung der Furt liegt, gerade von der Strömung über Nacht bearbeitet wurde.
Es halten sich zwar hartnäckig Gerüchte, die die Aborigines der Gegend hier Sprengungen vornehmen würden, um die Furt unpassierbar zu machen, und damit die Touris dazu zu zwingen, die für sie lukrative Fähre zu benutzen, doch wer diesen Fluß einmal gesehen hat, der weiß auch so, daß zum Passieren dieser Furt einfach viel Erfahrung und/oder eine große Portion Glück gehören...

Wie auch immer - die beiden LKWs fuhren also der Spur der Geländewagen nach, schließlich haben diese Teile eine deutlich größere Wattiefe als ein einfacher Geländewagen - was konnte ihnen also schon passieren?

Blcik über die Furt durch den Jardine RiverDer Unimog schaffte es auch auf Anhieb; leider hatte der LKW weniger Glück, er fuhr nur einen halben Meter neben der Unimog-Spur und grub sich im weichen Sand ein. Da war nun guter Rat teuer, wenn 10 Tonnen (mit einem Gegenwert in 6-Stelliger Größenordnung) inmitten eines Flusses im Sand eingebuddelt sind. Man versuchte also zunächst mit dem Unimog abzuschleppen, doch nach dem zweiten gerissenen Stahlseil war dann wohl klar, daß potentere Hilfe her mußte.

Ergo trugen die vier die wichtigsten Sachen aus dem LKW - quer durch den Fluß - ans trockene Ufer und ließen den Motor weiterlaufen, damit nicht dieser auch noch Wasserschaden erleide (wie mag es den vieren wohl zumute gewesen sein, als ihnen die Einheimischen später erzählten, daß sie den Fluß nur in äußersten Notfällen betreten, und dann auch nur mit mindestens einer Wache mit schußbereitem Karabiner am Ufer... - ich hatte es glaube ich schon erwähnt, das Cape York ist nunmal Crokodile-Country...)

Südende der Furt durch den Jardine River, QUEDer LKW saß also fest, und der Unimog zog los, um in Seisia, dem nächsten Ort, welcher zwei Fahrstunden entfernt ist, Hilfe beim örtlichen Automechaniker zu holen.

Nun muß man aber wissen, daß es in Seisa zwei Brüder gibt: Der eine Landmaschinenmechaniker (also eher der für's Grobe), der andere Automechaniker (oder auch: der mit dem besseren Geschäftssinn). Ach ja - und noch eine Kleinigkeit: die beiden sind sich spinnefeind.

Die Unimogfahrer fragten sich also durch und landeten beim Erstgenannten. Der Preis für die Hilfe war schnell ausgehandelt, sein betagter LKW mit schwerem Bergungsgerät beladen, und zwei Stunden später war man wieder am Jardine.

Einen halben Tag später waren auch all die Stahltrossen gerissen, die der Bergungsspezialist mitgebracht hatte...

Guter Rat war also immer noch teuer, der Diesel hielt auch nicht mehr ewig, die LKW Fahrer waren ziemlich niedergeschlagen und dunkel wurde es auch.
Die LKW-Besitzer machten sich mittlerweile ernste Sorgen um ihr teures Gefährt und versprachen dem, der den LKW bis zum nächsten Abend aus dem Fluß holt eine vierstellige Summe.

Überwuchertee Zufahrt zur auf der Nordseite der FurtAlso beschloß der Mechaniker seinen verhaßten Bruder um Hilfe zu bitten. Die Unimogbesatzung machte sich mit ihm also wieder auf ins zwei Stunden entfernte Seisia, wo sie den Bruder wohl auch trafen. Der bestand aber darauf, daß er das ganze nur machen würde, wenn der Besitzer des LKW ihn persönlich darum bitte...

Was soll man machen - der Unimog fuhr also wieder zum Fluß, und nachts gegen 10 bittet der LKW-Besitzer den Automechaniker dann schließlich persönlich um Hilfe. Dieser meint: alles klar, er käme dann morgen früh vorbei...
Die Deutschen sind natürlich nicht gerade begeistert über solche Spontaneität, doch was sollen sie machen.

Der Automechaniker schafft aber wohl die halbe Nacht durch, und montierte ein altes Ungetüm von Schiffswinde auf ein eben solches von Laster. Am nächsten Morgen kommt er denn tatsächlich mit Schiffstrossen und einer gigantischen Umlenkrolle, die kurzerhand an mehreren der Bäumen am Flußufer befestigt wird, an die Furt.

Furt durch den Jardine River, QUEStunden später steht der Mercedes-LKW an Land, und eine stolze Summe Bares wechselt den Besitzer. Der LKW stand dann übrigens noch eine gute Woche beim ersteren der beiden Brüder, denn die gesamten Schmiermittel des Antriebsstrangs hatten in den gut zwei Tagen mit über einem Meter Wasserstand das selbige verinnerlicht und mußten daher ersetzt werden...

Dies mag vielleicht ein besonders spektakuläres Beispiel gewesen sein, aber nur noch so viel zum Thema: Abgesehen von den vielen Kleinigkeiten, die an jedem zweiten Touri-Auto, das am Cape ankommt, zu reparieren ist, ist die Bergung von Fahrzeugen aus der Furt des Jardine eine der lukrativsten Einnahmequellen der beiden Brüder - auch wenn sie sich gegenseitig nicht leiden können...

So viel also zur berühmten Furt durch den Jardine River. Es zeigt sich also, daß die Furt auch heute noch durchaus passierbar ist. Es sollte dies aber auf jeden Fall nur von äußerst erfahrenen Fahrern gewagt werden, und dann auch nur im Verbund von mindestens drei Fahrzeugen, und ich wollte dabei ganz gewiß nicht das trübe Wasser des Jardins abwaten müssen, um die optimale Furt zu finden...

Fähre über den Jardine RiverKurz und gut: Wir hatten uns also für die Fähre entschieden.
Die ist zwar gehörig teurer aber eben auch deutlich sicherer als das Wagnis der Furt (zwei Jahre zuvor wurde hier an der Fähre übrigens ein Aborigine von einem Krokodil getötet, als er von der Fähre an Land schwamm, weil der Motor repariert werden mußte... nur um noch einmal klar zu machen, daß man den Jardine besser nicht mal einfach so durchwatet...)

Nun aber genug der Entschuldigungen, warum wir uns nicht trauten die Furt zu nehmen ;-)

Am nächsten Morgen setzen wir also mit der Fähre über und machen uns auf den Weg nach Seisia, um eben diesen Landmaschinenmechaniker aufzusuchen, in der Hoffnung, er könne uns mit der gebrochenen Blattfeder helfen. Das einzige Problem dabei: es ist mittlerweile Samstag vormittag...

Strand von SeisiaWir finden seinen Laden auch auf Anhieb, und grüßen ihn schön von Jörgs LKW-fahrenden Bekannten. Damit ist natürlich ersteinmal das Hallo groß, er hat sogar Fotos von der ganzen Aktion in seinem Büro aufgehängt, denn so außergewöhnlich ist der übliche, festsitzende Allrad denn eben doch nicht.

Leider hat er aber heute keine Zeit mehr für uns, und meint, er könne das Blatt aber am Montag früh schweißen. Jörg ist nur bedingt begeistert von der Schweiß-Idee - denn als Maschinenbau-erfahrener Ingenieur zweifelt er an der Standfestigkeit einer solchen Lösung - aber am Ende der Welt muß man eben nehmen was kommt...

Track nach Punsand Bay, QUEWie füllen unsere Vorräte im örtlichen Supermarkt, vertreten uns die Füße am blendend weißen Sandstrand und beschließen, doch noch den kleine Track nach Punsand Bay zu nehmen. Der entpuppt sich denn auch als wunderschön, und der kleine Tourist Resort Punsand Bay als wahrer Glücksgriff.

Camingplatz von Punsand BayFast 3 Stunden brauchen wir für die nominalen 30km nach Punsand Bay - zum einen, weil sich die Navigation nicht als ganz so einfach erweist, zum anderen, weil wir viel zu häufig Fotostops einlegen :-)
Die letztem paar hundert Meter vor Punsand Bay gibt eine nette Tiefsandpassage dem Allrad und der Untersetzung des Landcruisers noch einmal eine Chance, ihre Qualitäten zu demonstrieren, und dann werden wir mit einem kleinen schnuckeligen Tourist Resort direkt am Strand belohnt. Alle Campsites sind hier selbstverständlich 'Beachfront', und wir freuen uns auf zwei erholsame Tage, nach all der Anstrengung der letzten...

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updated: 15.3.2000
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