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EtappenlisteSeiten durchsuchen Story 98/5: Cape York (2)

 

Entfernung: 2216km
Reisedauer: 14 Tage
Strecke:
Cairns => Daintree => Cape Tribulation => Cooktown =>
Old Laura => Lakefield NP => Musgrave STN =>
Coen => Archer River RH => Iron Range NP =>
Lockhart River AbCom => Bramwell => Gunshot River => Jardine River => Siesia => Punsand Bay => Pajinka (Cape York) =>
Somerset => Bamaga => Jardine River => Heathlends Ranger STN => Archer River RH => Coen => Musgrave => Laura => Cairns

Besonderheiten: Auf halbem Weg gebrochenes Schlüsselbein, daher Rest der Reise im Toyota Landcruiser von Jörg mitgefahren :-)

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Piste am Cape York, QUETags drauf geht's dann endgültig runter von den gut gewarteten Straßen. Zum stielechten Einklang führt die Piste auch gleich nach den letzten paar Kilometern Teer oberhalb der Isabella Falls gleich durch die erste Furt...

Die Pisten und Tracks an's Cape York sind für den Mopedfahrer eine echte Herausforderung - mit den schlechten Tracks und den nervtötenden, derben Vibrationen der knapp 1000km Wellblech kann man ja noch auskommen - aber durchschnittlich drei tiefe Furten pro Tag (und das 4 Tage Furt bei den Isabella Falls, QUElang pro Weg) können eine doch recht nasse Angelegenheit werden. Vor allem, da Wasserstände von 80cm und mehr keine Seltenheit sind...
Da hilft dann oft nur eines: Absatteln, Gepäck rübertragen und das Moped durchschieben - wer das alleine angeht, wird seinen Spaß damit haben (zum Glück hatte ich mir tatkräftige Unterstützung mitgebracht :-) Aber Wasserspaß hin oder her - Cape York heißt auf jeden Fall vier Tage nasse Füße pro Weg ;-)

Schlammloch auf der Piste, QUEWir fahren also auf der Piste Richtung Old Laura, der Ruine einer ehemaligen Cattle-Station.
Zwischendurch mache ich noch beinahe einen Abgang an einem Schlammgraben, der sich einmal quer über die Piste zieht - da kommt man mit 100 angebrettert und dann einfach so was - und auch noch ohne Vorwarnung! Was denken sich die Aussies bloß dabei ;-)
Das kann auch schon mal ins Auge gehen - aber dazu kommen wir ja später noch...

Seerosenteich am StraßenrandKurz nach Old Laura beginnt dann auch schon der Lakefield NP. Die Piste wird zum schmalen Track, bei dem man sich vor Gegenverkehr in acht nehmen muß (vor allem bei all den wagemutigen Touris...).
Unterwegs kommen wir an einem See vorbei, der völlig von Seerosen bedeckt zu sein scheint (zu gut, daß sich die Krokodile so gut tarnen - da muß man sich wenigstens keine Gedanken machen...)

NAchtlager an der Hann Crossing, QUEGegen Abend treffen wir am Campingplatz an der Hann Crossing ein. Eigentlich liegt er ja an einem malerischen kleinen Flüßchen, welches zu einem abendlichen Bad einlädt, auf daß man den ganzen Staub der Piste loswerde.
Das Dumme ist nur, daß man hier nach Anbruch der Dunkelheit das nette Spielchen mit der Taschenlampe machen kann: Man strahle mit dieser über das Wasser, und dividiere die Zahl der aufblitzenden roten Punkte durch zwei, und schon hat man die Zahl der Krokodile, die im Wasser auf der Lauer liegen...
Nur gut, daß der Campingplatz an einer Steilflanke, also gut 1,5m oberhalb des Flusses liegt, und Krokodile (noch) nicht klettern können ;-)

Graslandschaft am Ausgang des Lakefield NP. QUEKurz nach sechs stehen wir am nächsten Morgen auf, und ich muß schon sagen: mit Support-Fahrzeug ist das Reisen doch ein wenig angenehmer - wenn man halt in aller Ruhe frühstücken kann, und dabei auf einem Campingstuhl anstatt auf den Alukoffern sitzen kann, dann hat das durchaus auch seine angenehmen Seiten.

Moped verloren in der Weiter der endlosen Ebene, QUEIrgendwann machen wir uns dann doch wieder auf dem Weg. Der Track führt uns durch eine riesige Ebene, die nur mit trockenem Gras bedeckt zu sein scheint - beinahe grenzenlose Weite, nur am Horizont kann man den australischen Busch gerade noch erahnen...

Peninsula Dev. Rd, QUESpäter stoßen wir bei Musgrave Stn auf die Peninsula Dev. Rd. - die breite Piste ans Cape hoch. Gegen Mittag machen wir Rast in Coen. Nachdem wir in dem kleinen Ort zu Mittag gegessen und unsere Tankvorräte aufgefüllt haben, geht's weiter zum Archer River RH, dem Tor zu Weipa, einer Minenstadt an der Westküste des Capes.

Hinweistafel am Archer River RH, QUENachdem ich auf den Pisten (wer hätte es erwartet :-) doch unwesentlich schneller unterwegs bin als Jörg mit seinem Landcruiser, habe ich Zeit, um am Roadhouse auszuspannen.
Dabei treffe ich einen Aussi, der eine Yamaha WR400 sein eigen nennt (ein zu dem Zeitpunkt brandneues Modell) - er brettert sie gerade vom Cape zurück. Seine überaus effiziente Schutzbekleidung besteht aus 'nem Puli und 'ner Jeans... Wir fachsimpeln also über Mopeds (wer hätt's gedacht...), bis Jörg endlich eintrifft. Ich frage den Aussie noch nach dem Zustand des Tracks zum Iron Range NP, und Jörg und ich entschließen uns, uns den Abstecher dorthin zu gönnen - ein folgenschwerer Entschluß, wie sich noch herausstellen sollte...

Wolken ziehen auf, über den Bergen des Iron Range NP, QUEWir biegen wenig später von der breiten Piste Richtung Iron Range NP und Chilli Beach ab. Vor uns liegt ein wunderschöner kleiner und durchaus ein wenig anspruchsvoller Track (mit einer vergleichsweise zahmen, nur 30cm tiefen Furt am Wenlock River).
Das ist allmählich schon eher das Kaliber, das man mit dem Namen Cape York assoziiert - aber noch garnichts gegenüber dem, was uns noch erwarten sollte :-)
Zwischendurch überholen wir eine Kolonne von LKWs, die - offensichtlich auf der Suche nach Bodenschätzen - ihr schweres Bohrgerät in die abgelegenen Gebiete des Cape schaffen. Eine etwas heikle Angelegenheit auf so einem schmalen Track an den 30-Tonnern vorbeizukommen...

Track zum Iron Range NP, QUEZwischendurch halte ich immer öfter an, denn mein hinteres Radlager macht sich immer stärker bemerkbar - na wenn das nicht noch Probleme gibt! Nachdem wir dann gegen Abend die Furt am Wenlock passiert haben, schlagen wir unser Camp an seinen steilen Flanken inmitten des Buschs auf.

Brücke im Regenwald, Iron Range NP, QUEAm nächsten Morgen entpuppt sich das Pärchen des benachbarten 4WDs (und einzigen anderen Fahrzeuges weit und breit) als Österreicher, und wir halten noch einen kleinen Schwatz bevor wir uns aufmachen, den Track weiter zum Chilli Beach zu nehmen.
Der Track wird ein wenig besser, dafür ziehen Wolken auf...
Ziemlich ungewöhnlich für ein so trockenes Fleckchen wie dem Cape, sollte man denken - aber aus irgendeinem Grund wird das Waldgebiet hier im Iron Range NP wohl Regenwald genannt werden... (oder wie es der Ranger später so trocken und treffend erklärt: '...almost daily rain is one of the geographical 'features' of this region...')

Verrostete BrückenkonstruktionNach dem Abzweig zur Rangerstation führt der Track dann mitten hindurch durch diesen feuchten Regenwald, und das volle Grün der Bäume hebt sich von dem dunklen Rot des Tracks angenehm ab.
Der Track schlängelt sich durch das dichte Grün, über Brückenkonstruktionen, bei denen man einen Bauingenieur lieber nicht nach der potentiellen Tragkraft eines - vor lauter Rost kaum noch existenten Stahlträgers - fragen sollte, zumindest nicht, wenn man mit einem gut 3 Tonnen schweren Allrad drüber fahren will.

Piste im Iron Range NP, QUESonnenstrahlen wechseln sich mit feinem Nieselregen ab, was den lehmigen Boden gerade noch in einem befahrbaren Zustand hält. Doch das dicke Ende kommt schon wenige Kurven später...
Nicht daß ich allzu schnell unterwegs gewesen wäre - immerhin habe ich ja Probleme mit dem Radlager und zudem noch der leicht schmierige Untergrund - aber die Sache mit den Stahlbrücken und der Nässe... - oh je - eigentlich ein saudummer Anfängerfehler...
Aber wenn man in Australien einer kleinen Brücke aus Eisenbahnschienen begegnet, handelt es sich eben in der Regel um ein Grid, das dazu dient, das Vieh trotz Straße im abgezäunten Gebiet zu halten. Man gewöhnt sich recht schnell daran, kurz vor dem Grid ein wenig am Gashahn zu drehen, um das Vorderrad zu entlasten, da diese Grids meist ein gutes Stück höher als die restliche Piste liegen.

Die Brücke, die das  Ende der Mopedtour markieren sollte...Aber genau diese instinktive Reaktion ist natürlich - bei Licht betrachtet - bei der Kombination aus drei Meter langer Brücke aus querliegenden, staubigen Eisenbahnschienen und feinstem Nieselregen bei Leibe nicht die richtige. Kaum berühren meine Reifen also die Brücke, da mache ich auch schon bei Tempo 40 einen Abgang und lande total verdutzt und dummer Weise auch äußerst unsanft auf meiner Schulter - zu meinen Pech auch noch genau in einer leichten Kuhle, sodaß mein Schlüsselbein auch wirklich die ganze Energie des Aufpralls auffangen muß...

Ich rapple mich also benommen auf, und betrachte die Misere - meine Schulter ist ein wenig taub - ich tippe zuerst auf eine ordentliche Prellung. Ich versuche meine Mühle aufzuheben, lasse aber gleich wieder davon ab, als ich versuche meine Schulter zu belasten.
Oha - das fühlt sich aber gar nicht gut an!

Das Bist nach dem Mißgeschock mit der feuchten Brücke...Also warte ich auf Jörg. Der ahnt auch schon Arges, als er um die Ecke gebogen kommt. Er schaut sich erstmal meine Schulter an, und meint, die würde aber irgendwie ziemlich krumm aussehen! - hm - das ist genau das, was ich jetzt hören will!
Wir - oder besser er - hebt erstmal meinen Bock wieder auf, und wir stellen sie am Wegesrand ab. Sie scheint auf den ersten Blick deutlich weniger abbekommen zu haben als ich. (Als ich sie 2 Monate später in Perth genauer untersuche, muß ich dem Rahmenheck jedoch 5 Brüche attestieren - nun ja, das ständige Übergewicht aufgrund des Gepäcks war natürlich auch nicht gerade förderlich - aber zum Glück hatte ich ja 'ne Vollkasko-Versicherung :-)

Ranger Station im Iron Range NP, QUEIch lasse also meine Mühle schweren Herzens alleine am Straßenrand zurück und wir fahren in Jörgs Landcruiser zu der 10km entfernten Rangerstation.
Dort angekommen meint der Ranger: "Mann, du hast ja ein Glück - gerade heute sind die Flying Doctors in der Krankenstation in der AbCom Docker River, nur 5km die Straße runter - moment, ich funke mal eben durch - nicht daß die abfliegen, bevor ihr dort seid!"

Wir brechen also auf zur Krankenstation, wo ich von einer bärtigen 'Nurse' schon erwartet werde. Er nimmt meine Daten auf und ich werde zum Demonstrationsobjekt, denn der junge Arzt der Flying Doctors zeigt ihm, wie das neue Röntgengerät denn so funktioniert - ich beginne, mir so meine Gedanken zu machen, beschließe aber schnell, daß es wohl in meiner Situation besser wäre, nicht weiter über solche Kleinigkeiten nachzudenken...

Die Diagnose der Ärztin ist dann eindeutig: gebrochenes Schlüsselbein :-(
(Ein Arzt, der sich später in Cairns noch einmal die Aufnahmen ansieht, meint dazu: 'Hey, you did a pretty good job!' - dummerweise bezog er sich auf das Ausmaß der Zertrümmerung meines Knochens, denn ein einfacher, sauberer Bruch hatte mir ja nicht reichen wollen...).

Und die Behandlung? - Tja, da könne man gipsen oder Streckenverbände machen usw, aber das hätte eh alles in etwa das gleiche Ergebnis, der einzige Unterschied wäre, daß der Streckverband deutlich schmerzhafter ist - aber falls ich unbedingt darauf bestehen würde...

Ergo bekomme ich einfach eine Schlinge um den Hals, und das war's dann (zum Glück hatte ich mich ja schon vor einer Stunde dazu entschlossen, mir keine weitere Gedanken über Dinge zu machen, die einen eigentlich ja ein wenig stutzig machen sollten - aber solche Gedanken macht man sich besser nicht am anderen Ende der Welt :-)
(Der besagte Arzt in Cairns meinte übrigens, als er die doch recht ramponierte Schlinge 8 Tage später sah, da müsse man natürlich was Ordentliches machen - so ginge das schließlich nicht! - was sich denn die Kollegen dabei wieder gedacht hätten?!? - Ich freute mich natürlich schon auf einen ordentlichen Verband, der das ganze irgendwie ruhiger halten sollte. Ich bin denn doch ein wenig erstaunt über das, was mir die Krankenschwester dort dann anfertigt: Eine Schlinge - diesmal aber aus einem gepolsterten Kunstoffmaterial, und mit einem Kabelbinder (sicherlich aus dem Medizinbedarf) in Form gehalten - soviel zu Medizinern...)

So versorgt stellt sich natürlich die Frage: Und wie geht's jetzt weiter?!?

UnfallMaschine berei zum Verschiffen nach CairnsJörg bietet mir an, einfach in seinem Landcruiser mitzukommen. Ich zögere ein wenig (immer noch ein wenig um meine Gesundheit besorgt), überlege mir kurz die Alternativen, und beschließe dann aber, das Abenteuer, wenn schon, denn auch richtig zu beenden. Wir fahren also zurück zum Ranger - dort treffen wir einen anderen 4WD, dessen Fahrer (übrigens ein Physiotherapeut, der zu meiner Erleichterung die Behandlungsmaßnahmen als sinnvoll bestätigt) heute abend an meinem Moped eh noch vorbei muß. Jörg fährt also mit ihm mit und bringt drei Stunden später, im allerletzten Büchsenlicht, auch meine Mühle mit zurück. Ausnahmsweise erlaubt uns der Ranger vor seiner Station zu campen. Eine äußerst schlaflose Nacht kündigt sich an...

Iron Range NP, QUEAm nächsten Morgen halten wir nochmal einen Schwatz mit dem Ranger, denn irgendwie muß ja meine Mühle schließlich nach Perth kommen. Kein Problem, meint er, einmal die Woche käme eine Barke an die Anlegestelle des Ortes und die könne meinen Bock problemlos nach Cairns bringen, wir müßten dazu nur im Workshop der Community alles regeln. Also wieder nach Lockart River, den Workshop ausfindig gemacht, einen Verantwortlichen gefunden, und 'alles' geklärt (na ja, wie das halt so ist - ich mußte dann von Perth aus noch 3 mal anrufen, bis das Teil auch endlich in Cairns war, 6 Wochen (und einige graue Haare) später, war's dann tatsächlich auch mit einem Möbeltransport in Perth angekommen...)

Danach füllen wir unsere Vorräte auf und machen uns, von jetzt ab nur noch im Geländewagen :-/, zum Abenteuer Cape York auf.

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updated: 15.3.2000
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